Die moderne Welt und die Sehnsucht nach Geborgenheit
4. November 2008 Partnerschaft
Was man pejorativ als “Ellbogengesellschaft” zu bezeichnen pflegt, ist kulturelle Folge einer auf Desozialisation ausgerichteten Single-Gesellschaft. Doch ganz gleich, wie sich die Gesellschaft wandelt, bleiben die menschlichen Ur-Bedürfnisse doch immer die gleichen: Man sehnt sich nach Liebe, Zärtlichkeit und Geborgenheit, wie die letzte Single-Studie, die größte ihrer Art in Deutschland, der renommierten Partnervermittlung ElitePartner.de gezeigt hat.
Die steigende Zahl der Singles, die Verlängerung der Lebenserwartung und der Rückgang der Geburtenrate führen zu einer dauerhaften Änderung der sozialen Netzwerke unserer Gesellschaft. Massenarbeitslosigkeit und wirtschaftliche Rezession führen zu einer Ausgliederung ganzer Bevölkerungsschichten aus dem ersten Arbeitsmarkt.
Insbesondere älteren Langzeitarbeitslosen werden zunehmend weniger Möglichkeiten einer Reintegration zur Verfügung stehen. Gleichzeitig werden durch die wirtschaftliche Entwicklung an Menschen andere Anforderungen gestellt. Gefordert werden Mobilität, Flexibilität und ständige Erreichbarkeit.
Dies bewirkt eine immer stärker werdende Individualisierung mit der Folge, dass die Lebensverläufe an Kontinuität verlieren. Sowohl im zwischenmenschlichen Bereich als auch in der beruflichen Demographie werden die Brüche immer deutlicher. Zwischenmenschliche Beziehungen verlieren an Beständigkeit und Verlässlichkeit.
Das Wegbrechen traditioneller sozialer Netzwerke wie beispielsweise der Familienverband wird ohne Kompensation durch andere Formen des Miteinanders zu einer Destabilisierung der Gesellschaft führen. Gleichzeitig aber hat der Staat den verfassungsmäßigen Auftrag, Ehe und Familie zu schützen.
In diesem wechselseitigen Bedingungsgeflecht steht die einzelne Person auf der Suche nach einem sinnerfüllten Leben. Dies erklärt den Boom der Online-Partnervermittlungen im Internet, denn letztlich suchen alle den passenden Partner, um das eigene Glück zu verdoppeln, indem man es teilt.
