Zeitarbeit boomt
Anhaltender Boom in der Zeitarbeit! Millionengrenze bei den Beschäftigten dürfte erstmals überschritten werden.
(dtd). Sie bauen Autos, pflegen alte Menschen oder verdienen in Supermärkten ihr Geld: Zeitarbeiter sind aus der deutschen Wirtschaft nicht mehr wegzudenken. Die Zeitarbeitsunternehmen hierzulande gehen deshalb für 2011 erneut von einer kräftigen Expansion aus. Der Bundesverband Zeitarbeit (BZA) rechnet damit, dass die Branche in diesem Jahr erstmals die Millionengrenze bei den Beschäftigten überschritten hat. In fast allen Wirtschaftszweigen werden laut BZA händeringend Fachkräfte gesucht, selbst Hilfskräfte seien in einigen Bereichen knapp geworden.
“Arbeitnehmerüberlassung“ gibt es in Deutschland zwar schon seit den sechziger Jahren, so richtig in Fahrt kam die Branche aber erst in den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Vor allem dann, wenn sich die Beschäftigungslage in einem Konjunkturzyklus erholt, ist die Zeitarbeit zuletzt Jobmotor Nummer eins gewesen. Je nach Schätzung dürften dann ein Drittel bis die Hälfte aller neuen Arbeitsplätze in der Leiharbeit entstanden sein.
Auch immer mehr gut qualifizierte Arbeitslose nutzen die Zeitarbeit als Gelegenheit für den Wiedereinstieg ins Berufsleben. Bei den Höherqualifizierten hat sich herumgesprochen, dass Zeitarbeiter keineswegs Arbeitnehmer zweiter Klasse sind. Nicht nur beim Kündigungsschutz sind sie anderen Arbeitnehmern gleichgestellt. Untersuchungen haben zudem gezeigt, dass jeder dritte Leiharbeitnehmer in einem der entleihenden Unternehmen eine Festanstellung findet.
Auf dem Markt der Zeitarbeit tummeln sich mittlerweile unzählige Anbieter. Aber woran erkennt man ein gutes Zeitarbeitsunternehmen? Im Internet sollten sich Bewerber vorweg über den jeweiligen Personaldienstleister informieren. In welchem Verband ist die Zeitarbeitsfirma organisiert? Welche Leistungen für die Arbeitnehmer gibt es? Werden die Arbeitnehmer auch bei Nichteinsatz ordentlich weiter bezahlt? Kommt es zu einem persönlichen Gespräch zwischen Bewerber und Personaldienstleister, sollte man sich dann auf das “Bauchgefühl” verlassen, ob man es mit einem seriösen Anbieter zu tun hat. Im Mittelpunkt des ersten Gespräches sollten die fachlichen und sozialen Kompetenzen des Bewerbers stehen – und nicht das Thema “Geld”…
Zeitarbeit boomt – Vor allem dann, wenn sich die Beschäftigungslage erholt, ist die Zeitarbeit zuletzt Jobmotor Nummer eins gewesen. Foto: djd/Randstad Deutschland