Zeitungszeugen

Das britische Verlagshaus Albertas Limited lanciert am 8. Januar 2009 ein einzigartiges Projekt: Mit Unterstützung renommierter Historiker und Experten werden wöchentlich Zeitungsnachdrucke aus der Zeit der “Machtübernahme” im Januar 1933 bis zum Zusammenbruch des NS-Regimes im Mai 1945 publiziert. Jede Ausgabe der Sammelheft-Edition bietet neben Reproduktionen von zwei bis drei Originalausgaben einen 4-seitigen Mantel mit Kommentaren und Analysen führender Experten und Historiker.

Im Gedenkjahr 2009 – 70 Jahre nach Ausbruch des II. Weltkrieges, 60 Jahre nach Gründung der Bundesrepublik und 20 Jahre nach der friedlichen Revolution in der DDR – bietet das Projekt ZEITUNGSZEUGEN erstmalig die Gelegenheit, einen fundierten Blick auf die Medienlandschaft der Zeit von 1933 bis 1945 zu werfen.

“Das Gedenkjahr 2009 wird sicher eine breite öffentliche Aufmerksamkeit für die historische Rückschau auf das 20. Jahrhundert schaffen”, sagt die Chefredakteurin des Projekts, Sandra Paweronschitz vom Ludwig Boltzmann Institut für Historische Sozialwissenschaft Wien. Sie hat ein ähnliches Projekt bereits 2008 in Österreich betreut. “ZEITUNGSZEUGEN kann einen Beitrag zu einer sachkundigeren Diskussion leisten, denn wir zeigen, was man über die Vorgänge im ‘Dritten Reich’ wissen konnte, wenn man es wissen wollte.”

Dafür werden nicht nur in Deutschland publizierte Zeitungen herangezogen, sondern auch Exilpresse und deutschsprachige ausländische Blätter (etwa aus Prag, Budapest, Wien, Zagreb oder Paris). Interessant zu sehen ist auch, wie unterschiedlich Informationen lanciert wurden, etwa im Vergleich des “Altreiches” mit ab 1939 okkupierten und besetzten Gebieten.

Die Zeitungen für ZEITUNGSZEUGEN wurden anhand mehrerer Kriterien ausgewählt: Örtlicher Bezug, Relevanz, historische Bedeutung, Inhalt und Erscheinungsbild. Um den authentischen Charakter der Ausgaben zu unterstreichen, werden die gescannten Zeitungen zwar gereinigt und optisch aufbereitet. An den Inhalten selbst wird grundsätzlich nichts verändert. Die Startauflage beträgt 300.000 Stück, für die weiteren Ausgaben wird der Verkauf von 100.000 Stück pro Woche angepeilt.

ZEITUNGSZEUGEN soll auch von Menschen gelesen werden, die niemals ein Fachbuch für Zeitgeschichte lesen würden, die aber trotzdem großen Wert auf die Qualität der aufbereiteten Information legen. ZEITUNGSZEUGEN ist eine machtvolle Idee”, unterstreicht Peter McGee, Leiter des Albertas-Verlages und ZEITUNGSZEUGEN-Herausgeber. “Um diese Idee verantwortungsvoll durchzuführen, habe ich führende Experten für Zeitgeschichte und Kommunikation in mein Team geholt.” Ziel ist es, ein breites Publikum anzusprechen, das sich einerseits durch die Lektüre der Nachdrucke eine eigene Meinung bilden kann, das andererseits gut aufbereitete Informationen auf dem letzten Stand der Forschung präsentiert bekommt.

Das Verlagshaus hat ähnliche Projekte bereits in Belgien (Flandern), den Niederlanden, Dänemark, Norwegen, Finnland, Griechenland, Spanien und Österreich durchgeführt. Pro Jahr und Land wurde ein neues historisches Wochenblatt herausgebracht, das letzte im Januar 2008 in Wien. Darüber hinaus hat Peter McGee auch Sammlungen für die Themenbereiche “Masters of Art” und “Masters of Music” herausgegeben.

ZEITUNGSZEUGEN wird von einer großen Anzahl deutscher Meinungsbildner unterstützt. “Deutsche und internationale Geschichtswissenschaftler werden die Themen dieser Zeit in verständlicher Form aufbereiten und einordnen”, so Sandra Paweronschitz (Ludwig Boltzmann Institut für Historische Sozialwissenschaft), die Redaktion und Koordination inne hat.

Die Ausgaben der ZEITUNGSZEUGEN werden zum Einzelverkaufspreis von EUR 3,90 pro Ausgabe oder EUR 3,30 im Abonnement angeboten. Die Zeitungen werden in ihrem Inhalt die chronologische Reihenfolge beibehalten. Die erste Ausgabe befasst sich mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Januar 1933, die letzte Ausgabe wird mit dem Zusammenbruch des NS-Regimes und der Demokratisierung der Presse nach Ende des 2. Weltkriegs enden.

ZEITUNGSZEUGEN ist deutschlandweit an Kiosken und im Einzelhandel erhältlich. Abo-Bestellungen sind über die Telefonnummer 01805 75 40 75 (Mo.-Fr. 9.00 – 17.00 Uhr) oder über die Homepage www.zeitungszeugen.de möglich.


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